Archive for August, 2010

Social Media – Die Geister, die ich rief II

Wednesday, August 25th, 2010

Es ist gerade mal 2 Monate her, da habe ich hier darüber geschrieben, dass viele Hoteliers und Gastronomen zwar gerne mit neuen Social MediaInternet-Tools brillieren wollen und diese immer schnell implementiert sind. Aber die Nutzung und die Pflege der vorschnell eingeführten Kommunikations-Spielzeuge wird im Anschluss vernächlässigt, wenn nicht gar vollkommen ignoriert.

Nun beweist eine neue Studie des Brand Science Instituts Hamburg, in der mehr als 1.000 Probanden zu ihren Erfahrungen befragt wurde,  meine selbst recherchierten Erfahrungen in großem Stil: Unternehmen gehen im sozialen Web zu wenig auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ein. Drei Viertel der Nutzer sind enttäuscht über die mangelnde Dialogorientierung und den geringen Service von Unternehmen bei Facebook und Twitter. 83 Prozent empfinden die Unternehmensaktivitäten sogar als Werbung.

Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Befragten nutzten die neuen Kommunikationskanäle bereits für Fragen, Beschwerden oder Anregungen. Fast zwei Drittel von ihnen (61 Prozent) waren jedoch unzufrieden, da die Unternehmen nicht auf ihre Belange eingegangen seien. 47 Prozent erhielten unzureichende Antworten. In vielen Fällen wurde auf klassische Serviceabteilungen verwiesen.

“Bislang beruhen die Social-Media-Aktivitäten vieler Unternehmen auf reinem Aktionismus”, so Dr. Nils Andres, Geschäftsführer des Brand Science Institute. “Die Verantwortlichen haben bisher nicht verstanden, dass ihre Kommunikation bei Twitter und Facebook umfassend moderiert und begleitet werden muss.” Dafür seien qualifiziertes Personal mit den entsprechenden Entscheidungsspielräumen und speziell entwickelte Social-Media-Richtlinien eine Grundvoraussetzung.

Die Erwartungen der Nutzer an die Echtzeitkommunikation sei jedoch nicht so hoch, wie oft von Experten vermutet. Lediglich jeder Fünfte (18 Prozent) erwartet eine Real-Time-Betreuung zwischen 7 und 23 Uhr. 44 Prozent möchten innerhalb von drei Stunden eine Antwort auf ihre Frage, 13 Prozent reicht eine Rückmeldung nach mehr als fünf Stunden.

Immerhin ein Viertel (26 Prozent) der User machte positive Erfahrungen und wurde auch bei Facebook und Twitter kompetent und fachmännisch betreut. “Unternehmen, die in der realen Welt erfolgreiches Kundenmanagement betreiben, schneiden auch im sozialen Netzwerken gut ab”, so Andres. “Umgekehrt bestätigen Unternehmen mit geringen Kundenzufriedenheitswerten ihr negatives Image im sozialen Web”.

Preistreiber Zusatzkosten

Friday, August 20th, 2010

shutterstock_10416205Mit wenigen Klicks sind günstige Hotelraten im Internet inzwischen schnell zu finden. Doch bei der Abreise stellen Hotelgäste häufig fest, dass sie wesentlich mehr ausgegeben haben als geplant: Ärgerliche Zusatzkosten haben die Hotelrechnung in die Höhe getrieben. Besonders verschnupft reagieren die Deutschen dabei auf die Gebühren für den Hotelparkplatz, 68 Prozent der Befragten verderben sie die Freude am Hotelaufenthalt. Darunter vor allem Gästen über 50 Jahre – drei Viertel dieser Altersgruppe können diese zusätzlichen Kosten nicht nachvollziehen.

Auf dem zweiten Platz der größten Kostentreiber landen mit fast 50 Prozent die Gebühren für die Nutzung des Internetanschlusses im Hotel. Hierüber ärgern sich wesentlich mehr Männer (55 Prozent) als Frauen (41 Prozent). Das hat eine aktuelle Umfrage von Europas führendem Online-Hotelreservierungsportal HRS – Hotel Reservation Service ergeben, die bei dem Marktforschungsinstitut eResult in Auftrag gegeben wurde.

In unendlich vielen Hotels wird der Internetzugang für die Gäste immer noch als Nepper, Schlepper, Bauernfänger-Modul benutzt, um Zusatzeinnahmen zu generieren. Das Surfen für eine Stunde schlägt mit mindestens 5,00 Euro zu Buche, pro Tag werden bis zu 15 Euro oder mehr verlangt. Fieses Detail: auch bei einem Zugang für 24 Stunden, muss man am nächsten Tag wieder erneut bezahlen. Wer surft eigentlich permanent für 24 Stunden? Wenn  Hotels, die für die Übernachtung nicht mehr als 60 veranschlagen, solche Gebühren aufrufen mag man ja – wenn auch widerwillig – noch Verständnis zeigen. Aber in Luxusherbergen ab 250 Euro pro Nacht ist diese Gebühr absolut nicht mehr nachvollziehbar.

Wissen wir doch alle was die großen Internetanbieter pro Monat für einen Internetzugang berechnen. Der Servicegedanke ist hier wohl allen abhanden gekommen. Ein Beispiel muss man sich wohl wieder an branchenfremden Unternehmen nehmen: bei Starbucks oder MacDonalds ist der WiFi Zugang schon seit Jahren Programm und schafft Gäste, die so ganz nebenbei auch konsumieren. Wäre doch schön, wenn die oftmals leeren Hotelhallen in vielen Luxusherbergen mit Kunden gefüllt wären, die bei einem Drink oder Snack mal kurz die Emails checken.